Amateurfunk, praktisch
Werkzeuge, die beim Funken wirklich helfen
Hier liegen drei Sachen: eine Lernplattform für die Amateurfunkprüfung, eine Karte für POTA-Aktivierungen mit echten Parkgrenzen und ein Programmiertool für Yaesu-Transceiver, das direkt im Browser läuft. Alles auf einem eigenen Server, ohne Werbung und ohne Tracker.
Wenn du noch kein Rufzeichen hast: weiter unten steht, wie der Einstieg abläuft, und wie du beim Ortsverband Haßberge (B37) mitmachen kannst.
Werkzeuge
Drei eigenständige Anwendungen. Keine braucht ein Konto, außer du willst deinen Lernstand bei Funkpate über mehrere Geräte mitnehmen.
Funkpate
Lernplattform für die Amateurfunkprüfung. Der amtliche Fragenkatalog für die Klassen N, E und A, dazu Lernplan, Karteikarten mit Wiederholungsrhythmus, Prüfungssimulation, Formelsammlung und ein CW-Trainer.
Ein KI-Coach erklärt Fragen, statt nur die Lösung anzuzeigen, und merkt sich, wo es bei dir gerade hakt.
www.funkpate.dePOTA-Karte
Karte für Parks on the Air mit den tatsächlichen Schutzgebietsgrenzen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Tschechien, Dänemark und Luxemburg. POTA selbst liefert nur einen Punkt je Park, die Flächen kommen aus BfN, EEA und OpenStreetMap.
Dazu SOTA-Gipfel und die aktuellen Spots. Praktisch, um vor der Fahrt zu sehen, wo das Gebiet wirklich anfängt und wo man legal aufbauen kann.
pota-map.afu.toolsYaesu-Programmer
Speicherkanäle und Menüeinstellungen von Yaesu-Transceivern lesen, in einer Tabelle bearbeiten und zurückschreiben. Import und Export als CSV, auch im CHIRP-Format für Relaislisten. Vor jedem Schreibvorgang legt das Tool eine Vollsicherung an.
Das Gerät hängt an deinem Rechner, nicht am Server: der Browser öffnet den seriellen Port über Web Serial. Dafür brauchst du Chrome oder Edge. Geprüft mit FTX-1 und FT-DX10, weitere Geräte kommen als Profil dazu.
yaesu.afu.toolsWas Amateurfunk ist
Amateurfunk ist Funkbetrieb aus Interesse an der Technik. Kein kommerzieller Dienst, keine Geschäfte über Funk, keine Musik und keine Werbung. Dafür darfst du selbst bauen, messen, experimentieren und auf eigenen Frequenzbereichen senden, mit deutlich mehr Leistung als bei Jedermannfunk wie PMR oder CB.
Wer eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur besteht, bekommt ein persönliches Rufzeichen. Damit reicht die Spanne vom Ortsrelais um die Ecke über weltweite Verbindungen auf Kurzwelle bis zu Funkkontakten über Satelliten oder die ISS. Zum Amateurfunk gehört auch die Notfunk-Idee: Wenn Mobilfunk und Internet ausfallen, funktioniert eine Funkstelle mit Akku und Draht immer noch.
Der Einstieg ist billiger als sein Ruf. Ein gebrauchtes Handfunkgerät für 2 m und 70 cm kostet wenig, ein Draht als Antenne noch weniger, und die Prüfungsvorbereitung kannst du komplett mit freiem Material machen.
Der Weg zum Rufzeichen
In Deutschland gibt es seit dem 24. Juni 2024 drei Zeugnisklassen. Du kannst mit der kleinsten anfangen und später aufstocken, jede Prüfung steht für sich.
| Klasse | Bänder | Leistung | Gedacht für |
|---|---|---|---|
| N | 10 m, 2 m und 70 cm | bis 10 W | Schneller Einstieg mit kleinem Prüfungsstoff. Gilt nur in Deutschland. |
| E | viele Bänder, mit Einschränkungen | bis 100 W PEP auf Kurzwelle | Der klassische Einstieg. Rufzeichen beginnen mit DO. |
| A | alle Amateurfunkbänder | bis 750 W PEP | Volle Rechte, entspricht der CEPT-Lizenz und gilt damit auch im Ausland. |
Die Werte sind eine Kurzfassung. Verbindlich ist Anlage 1 der Amateurfunkverordnung, dort stehen die genauen Bandgrenzen und die abweichenden Leistungen je Band.
Prüfung
Geprüft wird bei der Bundesnetzagentur, in der Regel an einem der Prüfungsorte, die dort ausgeschrieben werden. Abgefragt werden Technik, Betriebstechnik und Vorschriften, der Umfang hängt von der Klasse ab. Die Fragen kommen aus einem öffentlichen Katalog, du kannst also genau das üben, was drankommt.
Nach bestandener Prüfung beantragst du die Zulassung und bekommst dein Rufzeichen. Ab dann darfst du senden.
Vorbereiten
Der Fragenkatalog ist groß, aber sehr berechenbar. Mit Funkpate arbeitest du ihn strukturiert durch, mit Lernplan, Wiederholungen und Prüfungssimulation. Wenn eine Frage nicht sitzt, erklärt dir der KI-Coach den Hintergrund, statt dich die Lösung auswendig lernen zu lassen.
Daneben lohnt sich der Kontakt zu einem Ortsverband in der Nähe. Viele bieten Kurse an, und beim ersten Aufbau einer Antenne ist jemand mit Erfahrung mehr wert als jedes Lehrbuch. Als Lehrgangsmaterial ist 50ohm.de zu empfehlen, das ist frei zugänglich.
Der Ortsverband: Haßberge, B37
Diese Seite kommt aus dem DARC-Ortsverband Haßberge, DOK B37, Distrikt Franken. Wir sind im Naturpark Haßberge zu Hause und betreiben dort mehrere Relais und Digipeater: DB0NU auf dem Altenstein (FM, DMR, D-STAR, APRS, Packet Radio, HAMNET und Funkruf), DB0NH mit HAMNET, MeshCom, APRS und Wetterdaten, dazu DB0KR.
Getroffen wird sich am OV-Abend jeden zweiten Freitag im Monat ab etwa 19 Uhr in Pfarrweisach, und sonntags ab 10 Uhr Ortszeit zur OV-Runde auf DB0NU, im Anschluss an den Deutschland-Rundspruch. Dazu kommen Fieldday, Wanderungen und Online-Lerngruppen für alle, die gerade auf die Prüfung lernen. Der aktuelle Termin und der genaue Treffpunkt stehen auf bravo37.de.
Zuhören und mitmachen kannst du ohne Mitgliedschaft und ohne Rufzeichen. Wer Lust hat, kommt einfach zum OV-Abend dazu.
Mitglied im DARC werden, direkt bei B37
Der Antrag läuft komplett online über das DARC-Portal. Über den Knopf ist B37 schon als Ortsverband vorausgewählt, ändern kannst du das im Formular weiterhin. Der Antrag geht zuerst an uns in den OV, danach an Distrikt und Geschäftsstelle.
Fragen vorher? Schreib an vorstand@bravo37.de. Wir beißen nicht, und dumme Fragen gibt es beim Einstieg keine.
Was man damit macht
FM über Relais. Der übliche Start. Ein Handfunkgerät auf 2 m oder 70 cm, ein Relais in der Nähe, und du erreichst zuverlässig die Region. Gute Gelegenheit, Betriebstechnik zu üben, bevor es auf die Kurzwelle geht.
SSB und CW auf Kurzwelle. Hier hängt die Reichweite an der Ausbreitung, nicht an der Leistung. Bei guten Bedingungen reichen wenige Watt für Verbindungen über Kontinente. CW, also Morsetelegrafie, ist keine Pflicht mehr, kommt aber mit sehr wenig Bandbreite und wenig Leistung aus, weshalb es viele Portabelfunker nutzen.
Digitale Betriebsarten. FT8 und Verwandte holen Signale aus dem Rauschen, die man nicht mehr hört. Damit sind weltweite Verbindungen auch mit bescheidener Antenne möglich. Dazu kommen APRS für Positions- und Kurznachrichten sowie digitale Sprachverfahren wie DMR, D-STAR und C4FM.
Satelliten. Es gibt Amateurfunksatelliten mit Umsetzern an Bord, einige lassen sich mit Handfunkgerät und Richtantenne aus der Hand arbeiten. Für den ersten Kontakt reicht überraschend wenig Technik, dafür brauchst du eine Überflugvorhersage und etwas Geduld.
Funken im Freien
Portabelbetrieb ist der Teil des Hobbys, der einen tatsächlich vor die Tür bringt. Drei Programme haben sich etabliert:
- POTA (Parks on the Air): Du funkst aus einem Schutzgebiet und sammelst Aktivierungen, andere jagen dich als Chaser.
- SOTA (Summits on the Air): dasselbe von Berggipfeln, mit Punktwertung nach Höhe.
- WWFF (World Wide Flora & Fauna): ebenfalls Schutzgebiete, eigene Referenzliste und eigene Regeln.
In der Praxis ist die schwierigste Frage oft, wo das Gebiet eigentlich anfängt. POTA kennt zu jedem Park nur einen Punkt, und der liegt gerne auf dem Parkplatz oder mitten im Nirgendwo. Genau dafür gibt es die POTA-Karte: sie zeigt die Grenze als Fläche, dazu die SOTA-Gipfel und die laufenden Spots.
Fläche heißt nicht automatisch Erlaubnis. Naturschutzgebiete haben eigene Regeln, und in manchen darfst du weder abseits der Wege stehen noch etwas aufbauen. Vor Ort gilt die Beschilderung.
Weiterlesen
- Bundesnetzagentur, AmateurfunkPrüfung, Zulassung, Rufzeichen, Fragenkatalog
- DARCVerband, Ortsverbände, Kurse, Bandpläne
- 50ohm.deFreies Lehrmaterial für alle drei Klassen
- Parks on the AirRegeln, Referenzen, Spots
- Summits on the AirGipfelprogramm mit Punktwertung
- WWFFFlora und Fauna weltweit